Wie viel ist ein Bild wert?

Im heutigen Blog soll es um die Werteinschätzung von Kunstwerken gehen. Welche Faktoren beeinflussen den Preis, wann ist die geforderte Summe angemessen und wann völlig überzogen? Wir geben Euch im Folgenden einen kurzen Überblick!

Lesedauer: 4 Minuten


Dieses Thema ist sowohl für Künstler als auch für Käufer von großer Wichtigkeit. Als Künstler ist der richtige Preis maßgeblich für den Verkauf. Man darf seine Werke nicht zu teuer anbieten, aber man soll sich auch keinesfalls unter Wert verkaufen. Der Käufer kann anhand von unseren Tipps vor einer Investition überprüfen, ob der veranschlagte Preis auch wirklich gerechtfertigt ist.

Natürlich gibt es kein Geheimrezept – in den Kunstkauf fließen auch Emotionen ein

Jedes Werk löst beim Betrachter unterschiedliche Gefühle aus, was dazu führt, dass jeder gewillt ist unterschiedlich viel Geld dafür auszugeben. Dem Künstler geht es hierbei sehr ähnlich. Manche Werke haben in der Schaffensphase einen höheren Stellenwert erlangt als andere – diese lässt man sich dementsprechend auch teurer bezahlen.
Allerdings gibt es ein paar Rahmenpunkte, an denen man sich nichtsdestotrotz orientieren kann.

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Die Faustformel:
Grundsätzlich gilt eine relativ einfache Formel, um grob überschlagen zu können:

Verkaufspreis eines Gemäldes = (Höhe + Breite) x Künstler-Faktor

Die Formel orientiert sich also pauschal an den Maßen – d.h. je größer ein Werk, desto teurer ist es. Bei einer Plastik muss natürlich noch die Tiefe berücksichtigt werden.
Der Künstler-Faktor soll variable Faktoren wie beispielsweise den Bekanntheitsgrad des Künstlers im Preis widerspiegeln. Wenn der Künstler im Laufe der Zeit wächst, steigt auch sein Künstler-Faktor. Bei jungen Künstlern liegt der Faktor zunächst bei 5-10. Differenziert betrachtet werden hier Skulpturen und Plastiken – hier kann er zwischen 10-15 liegen.

Ein Werk eines jungen Künstlers (z.B. Faktor 10) mit 80 cm Länge und 100 cm Breite würde also 1800€ kosten.

Das bedeutet, wenn ihr beispielsweise einem kleinen, sehr teuren Bild begegnet, lässt sich dies auf den Künstler-Faktor zurückführen. Wenn man das im Hinterkopf behält, lassen sich Künstler untereinander wunderbar vergleichen und bemessen.

Sabine Nina Hoos (3)

Wichtig für Künstler:
Generell sollten eure Materialkosten gedeckt sein – doch Vorsicht, es darf auch nicht zu günstig werden. Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass es sich um ein billiges Dekorationsstück handelt.

Behaltet hierbei auch im Hinterkopf, dass falls ihr eure Werke über eine Galerie vertreibt, noch eine Provision fällig wird.

Für Käufer:
Den Wert eines Bildes ist abhängig vom Künstler, dem Alter des Werkes, den Abmessungen, den Materialen (Welche Farben wurden benutzt?, Ist auf Leinwand oder Holz gemalt worden?). Auch der Rahmen ist nicht zu vernachlässigen!
Wenn Ihr ein Werk geerbt habt und den Wert schätzen lassen möchte, solltet Ihr Euch professionelle Hilfe suchen. Es gibt Gutachter, die entweder vor Ort einen Blick auf das Werk werfen oder eine Fernschätzung abgeben können. Behaltet im Hinterkopf, dass so eine Schätzung vom Gutachter unter Umständen sehr teuer sein kann und wirklich nur bei sehr alten Werken sinnvoll ist. Hier kann auch schon die Entscheidung zwischen einem Gemälde und einem Kunstdruck entscheidend sein. – wenn Euch dieses Thema tiefergehend interessiert, kann ich hierzu gerne noch einen extra Blog verfassen.
Von Vorteil ist es, wenn ihr zu dem Werk ein Echtheitszertifikat besitzt. So kann man in den meisten Fällen eine Fälschung von vornherein ausschließen.

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Salvator Mundi – Leonardo da Vinci. Das Gemälde wurde Mitte November 2017 für rund 450 Mio € versteigert und zählt damit zu den wertvollsten Gemälden aller Zeiten. 65,6×45,4cm – Ölgemälde auf Walnussholztafel

Der Künstler
Grundsätzlich gilt: Je bekannter der Künstler, desto wertvoller das Werk.
Hier spielt die Signatur eine große Rolle. Je höher der Marktwert, desto höher der Faktor. Käufer sollten immer darauf achten, dass es signiert ist und Künstler sollten nie vergessen zu „unterschreiben“! Sie kann später einen großen Unterschied im Verkaufspreis machen!
Der Künstler-Faktor steigt, wie bereits erwähnt, mit dem Bekanntheitsgrad. Ausschlaggebend sind hier also Ausstellungen in Galerien, Auszeichnungen oder auch Pressemeldungen!

Seltenheit/Sammlerstück
Die Seltenheit eines Gemäldes wird natürlich durch die Nachfrage bestimmt. Wenn Sammler großes Interesse an einem Werk haben, steigt automatisch der Wert.

Zustand
Bei alten Werken hinterlässt die Zeit selbstverständlich ihre Spuren. Je nachdem wie leicht es zu restaurieren ist (beispielsweise „nur“ verschmutzt), wirkt sich dies wertsteigernd aus. Bei irreparablen Beschädigungen (große Risse), sinkt der Preis.


Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Name/Bekanntheitsgrad des Künstlers
  • Alter, Zustand & Stil des Werkes
  • Abmessungen
  • Materialien
  • hochwertiger Rahmen
  • Nachfrage des Künstlers/Sammlerwert

Man kann seine Werke auch einfach online schätzen lassen. Eine Plattform dafür ist blitzrechner.de!

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